Die Autoren

FELIX KARLINGER

Felix Karlinger, am 17. März 1920 in München geboren und am 27. Juni 2000 in Kritzendorf verstorben, zählt zu den großen Kennern der sardischen Musikologie und Volksliteratur. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Volkskunde, Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Romanistik in München, wo er 1948 mit einer Dissertation über das Volkslied der Pyrenäen promovierte. Nach mehreren Forschungsreisen auf Sardinien legte er 1954 seine Habilitationsschrift über das sardische Volkslied vor. Von 1959 bis 1966 war er am Seminar für Romanische Philologie der Universität München tätig und von 1967 bis 1980 als ordentlicher Professor für Romanische Philologie an der Universität in Salzburg.

MAX LEOPOLD WAGNER

Max Leopold Wagner, am 17. September 1880 in München geboren und am 9. September 1962 in Washington verstorben, gilt bis heute als einer der bedeutendsten Sardologen und gehört zu den herausragenden Romanisten des 20. Jahrhunderts. Seine Staatsarbeit verfasste er an der Universität München über die sardische Wortbildungslehre. 1907 promovierte er in Würzburg mit einer Dissertation über die Lautlehre der südsardischen Mundarten. Während der Jahre 1925 bis 1927 hielt er sich meist in Sardinien auf, um die Sprachaufnahmen für den von Karl Jaberg und Jakob Jud in den Jahren 1928-1940 herausgegebenen Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz durchzuführen. Gleich nach dem Erscheinen seines sprachgeschichtlichen Standardwerkes La lingua sarda: storia, spirito e forma (1950) brach Wagner 1951 nach Washington auf, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1962 an seinem Dizionario Etimologico Sardo arbeitete. Er hinterließ insgesamt über 450 Schriften, von denen sich fast die Hälfte mit der sardischen Sprache und Kultur beschäftigt, so dass Wagner zu Recht „als der eigentliche Schöpfer der sardischen Grammatik gilt“ (Heinz Kröll).

ENNIO PORRINO

Der Komponist ENNIO PORRINO wurde in Cagliari am 20. Januar 1910 geboren. Seine bekannteste und am häufigsten in Italien aufgeführte Komposition ist die symphonische DichtungSardegna (1934); es folgen Sonata drammatica per voce recitante e pianoforte (1947), das OratoriumIl Processo di Cristo (1949) und die Orchester-Komposition Nuraghi (1952). Seine wichtigsten Opern sind Gli Orazi (1941), L’organo di bambù (1956) und I Shardana (1949-59). Im Jahre 1951 wird Porrino Ordentlicher Professor des Lehrstuhls für Komposition am Konservatorium von Rom, hinzu kommt 1956 die Ernennung zum Direktor des Konservatoriums von Cagliari. Er stirbt völlig überraschend in Rom am 25. September 1959. Nach der Einschätzung von Felix Karlinger ist «das Werk Porrinos herausragend wie kaum ein anderes in der zeitgenössischen Musikproduktion und wirkt wie eine ideale Brücke zwischen der traditionellen Volksmusik seiner Heimat und den Strömungen und Erfordernissen der modernen Musikkunst, zwischen einer glorreichen Vergangenheit und der Gegenwart. Und auch wenn das erste Gebot eines Musikologen sein sollte, Superlative zu vermeiden, so ist es dennoch auch richtig, dass nach Puccini nie wieder ein Musiker der italienischen Musik so viel gegeben hat wie Porrino».

Weitere Informationen über Ennio Porrino finden Sie auf ennioporrino.de.