Band 14: Max Leopold Wagner, “Lieber Freund und Kollege”

Briefwechsel mit Karl Jaberg 1901-1958

Max Leopold Wagner: „Lieber Freund und Kollege“

Max Leopold Wagner und Karl Jaberg lernten sich im Wintersemester 1900-01 während eines einjährigen Studienaufenthaltes in Paris kennen. Der vorliegende Briefwechsel (1901-1958), der aus 209 Schriftstücken besteht, zeugt von einer sehr tiefen Freundschaft und gegenseitiger Wertschätzung zwischen den beiden Wissenschaftlern und wirft neues Licht vor allem auf die Persönlichkeit des deutschen Romanisten. Die meisten Briefe, die Jaberg (1877-1958) an Wagner schickte, stammen aus Bern, während Wagner dem Schweizer Freund von den verschiedensten Ländern schreibt, u.a. aus Deutschland, Türkei, Italien, Sardinien, Spanien, Frankreich, Portugal, den Vereinigten Staaten. Der wissenschaftliche Diskurs der beiden Gelehrten kreist oft um Fragen der Sprachgeographie, vor allem im Hinblick auf die Vorarbeiten zum geplanten Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz (AIS). Des Weiteren befassen sie sich mit kulturellen, gesellschaftspolitischen und alltäglichen Fragen. In manchen kurzen Passagen erfährt man erstmals etwas aus dem Privatleben Wagners: Als Sohn des Münchener Privatiers Max Wagner und der aus Graz stammenden Leopoldine Freifräulein Horn of Rancas, wuchs er praktisch ohne seine leiblichen Eltern auf, denn er wurde 1889 wegen verschiedener Umstände in eine Pflegefamilie aufgenommen. Auch die Frage nach seiner frühzeitigen Emeritierung aus der Berliner Universität wird in seinen Briefen kurz erwähnt. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen Wagners, als ihm in Rom vor Kriegsende von seinen Schweizer Freunden geholfen wurde, und seine spanischen und portugiesischen Freunde und Kollegen ihm nach Ende des Krieges halfen nach Portugal zu übersiedeln.

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Band 14: Max Leopold Wagner, “Lieber Freund und Kollege”. Briefwechsel mit Karl Jaberg 1901-1958, hrsg. von Giovanni Masala Dessì, 288 Seiten, 16 Abbildungen, Stuttgart 2020, ISBN: 978-3-941851-05-4.